WORTWAHL
HOT – WORTWAHL
Im Rahmen des Projekts HOT im 3. Semester entstand ein Magazin, das sich mit der Macht und den Abgründen unserer Sprache auseinandersetzt.
Im Fokus stehen drei tief verankerte Begriffe, die in dieser Arbeit bewusst nicht ausgeschrieben werden, um ihre diskriminierende Wirkung nicht zu reproduzieren.
Es handelt sich um Bezeichnungen, die für viele als gewohnter Sprachgebrauch gelten, für die Betroffenen jedoch Ausgrenzung und eine schmerzhafte Geschichte bedeuten.
Das Projekt bricht mit der Gewohnheit, über Menschen zu sprechen, statt mit ihnen. Es beleuchtet die kolonialen Wurzeln dieser Fremdbezeichnungen, die Identitäten seit Jahrhunderten auf
europäische Projektionen reduzieren und herabwürdigen. Anstatt belehrend aufzutreten, rückt das Magazin die Perspektiven jener Völker in den Mittelpunkt, die mit diesen Markierungen leben müssen.
Es macht ihre tatsächliche Geschichte und ihre selbst gewählten Namen sichtbar, um einen Raum für echte Aufklärung jenseits von Klischees zu schaffen.
Gestalterisch nutzt das Magazin die Kraft der Reduktion und Typografie. Das bewusste Kleinformat schafft eine unerwartete Intimität und steht im Kontrast zur inhaltlichen Schwere.
Die Typografie wird hier zum eigentlichen Sprachrohr: Durch experimentelle Layouts wird die Reibung visualisiert, die entsteht, wenn vertraute Sprachmuster auf historische Realität treffen.
Es ist eine Einladung, die eigene Bequemlichkeit zu hinterfragen und Verantwortung für die Wirkung unserer Worte zu übernehmen – denn wenn sich Sprache verändert, geschieht das nicht aus Mode, sondern aus Notwendigkeit.